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Die Deutsche Bank und ihre Töchter...

Meine schiergar unglaubliche Geschichte aus dem Jahre 2002 beginnt wie ein Märchen:

Deutsche Bank

Es war einmal ein Kunde (der bin natürlich ich), der bei der Deutschen Bank ein Depot eröffnet hatte und über seine Firma Mitarbeiteraktien gekauft hatte, die in diesem Depot kostenlos lagerten.

Soweit so gut, wunderbar, heile Welt.

Jeder Deutsche kennt die Deutsche Bank, die die größte Deutschlands und sogar eine der größten Banken weltweit überhaupt ist. Gegen Ende der 90er Jahre kam diese riesige Bank auf die Idee, noch größer zu werden, indem sie z.B. Bankers Trust in den USA aufkauft und mit der Dresdner Bank fusioniert.

Soweit, immer noch gut. Fusionitis ist halt eine Krankheit von Großunternehmen.

In dem Größenwahnsinn oder Großenrausch stellte die Deutsche Bank fest, dass ihr eigentlich an den kleinen Privatkunden gar nicht viel liegt, da man mit denen eh nicht das große Geld verdienen kann. Was für eine Schlagzeile war dies, als die Deutsche Bank im Zuge der Fusion mit der Dresdner Bank sich von ihren Privatkunden trennen wollte, d.h. sie abschieben wollte. Aus der Fusion wurde bekanntlich nichts.

Deutsche Bank 24

Aber der Gedanke mit den Privatkunden ließ die Deutsche Bank nicht locker. So erhielt ich eines Tages einen Brief, der mir sagte, dass ich von nun an nicht mehr von der Deutschen Bank selbst, sondern von ihrer Direktbank Deutsche Bank 24 betreut würde, dass aber ansonsten alles beim Alten bleiben würde.

OK dachte ich mir, ob Deutsche Bank oder noch ein 24 dahinter, kann wohl nichts schaden. Die Deutsche Bank 24 bot ja noch andere interessante Dienstleistungen wie ein günstiges Online-Giro-Konto oder ein Online-Tagesgeldkonto. Allerdings konnten mich diese Angebote nicht so überzeugen, da war die Konkurrenz günstiger.

So ging die unglaubliche Geschichte friedvoll weiter, bis die nächste Änderung vor der Tür stand:

Maxblue

Als ich mal wieder mit einem Kundenberater der Deutschen Bank 24 sprechen wollte, erhielt ich den Hinweis, dass die Deutsche Bank ihr komplettes Aktieninvestment zusammen mit der Deutschen Bank neu in der Firma Maxblue organisieren würde.

Aha, dachte ich, jetzt kommen die armen Knacker wie ich und die Multimillionäre wieder auf eine Plattform zusammen. Klingt ja interessant, aber die Skepsis wächst.

Bei Maxblue erhielt ich dann die Auskunft von einem Kundenberater, dass mein dorthin übertragenes Depot nicht mehr zum Nulltarif geführt würde, sondern hohe Quartalsgebühren anfielen. Allerdings könnte ich mir die Depotgebühren sparen, wenn ich ein neues Depot bei Maxblue eröffne und die Aktien vom alten Depot kostenlos ins neue übertragen würde.

So kam ich zu einem neuen Depot bei Maxblue. Bei der Eröffnung haben die Leute aber sofort erkannt (schlau sind die!!!), dass ich ja schon ein Depot bei Maxblue habe. Was jetzt kommt, ist so kompliziert zu beschreiben, dass ich mit Pünktchen abkürze.

...

Nach einiger Zeit hatte ich dann zwei Depots bei Maxblue, von denen ich an keines rankomme. Für das neue erhielt ich keine Pin zugeschickt, da ich ja schon ein Depot hatte. Allerdings war ja das kein Online-Depot, sondern ein stink normales Depot, welches ich einst bei der Deutschen Bank eröffnet hatte.

Es kommt noch schlimmer: Am Telefon kann man mir keine Auskunft geben, da ich mich zwecks mangelnder Pin ja nicht identifizieren kann. Mein Fax mit der Bitte um eine neue Pin bleibt gänzlich unbeantwortet.

Es kommt noch einmal schlimmer: Bei einem weiteren Anruf bei der Kundenhotline wurde mir sogar klar gemacht, dass ich niemals ein Depot bei Maxblue eröffnet hatte. Frage mich nur, warum ich dann meine Unterlagen zugeschickt bekommen habe und sogar eine Depot-Nummer habe...

Moneyshelf

Die Geschichte wird noch lustiger: Inzwischen hatte ich mir bei Moneyshelf ein Tagesgeldkonto eröffnet, weil bis Ende des damaligen Jahres sehr gute Zinsen (5%) versprochen wurden. Und stell Dir vor, alles hat reibungslos funktioniert, auch wenn es 3 Wochen gedauert hatte, bis ich PIN und TAN-Liste zugeschickt bekam.

Und noch mehr: Ich habe bei Moneyshelf nur ein Tagesgeldkonto eröffnet; aber aus verwaltungstechnischen Gründen habe ich noch ein kostenloses Depot mitbekommen. Freu!!!

Und was sagt mir der Kundenberater von Moneyshelf? Nach seiner neuesten Information werden diese Moneyshelf-Depots zu Maxblue übertragen...

WIE BITTE? Noch ein Depot bei Maxblue? Ich habe doch dort schon zwei, an die ich nicht rankomme!

Ach, ich hätte es fast vergessen, was ist Moneyshelf? Die Deutsche Bank fasste unter Moneyshelf ihre Geldanlagen zusammen, also eine weitere Tochtergesellschaft der Deutschen Bank. Alles klar?

Ein Moneyshelf-Mitarbeiter hat mir klar gemacht, dass die 5% Aktion vorzeitig beendet wurde. Moneyshelf hatte damit erhofft, zahlreiche Kunden für das kostenlose mitgelieferte Depot zu gewinnen; dies stieß jedoch auf kein Interesse.

European Bank

Inzwischen habe ich herausgefunden, dass mein einstiges Deutsche Bank Depot nach der Übertragung auf die Deutsche Bank 24 und Maxblue bei einer Bank namens European Bank in Ludwigsburg übertragen wurde.

Dort bekam ich endlich eine kompetente Kundenberaterin ans Telefon. Was ist schief gegangen? Maxblue hat aus mir und der Kundenberaterin unerklärlichen Gründen das zweite Depot bei der Firmen-Hausbank eingerichtet. Deshalb konnte auch kein anderer Kundenberater das Depot einsehen; ich natürlich erst recht nicht.

Dieses zweite Depot wurde umgehend wieder geschlossen. Zuerst meinte meine Kundenberaterin noch, ich solle jetzt nochmals ein neues Depot bei Maxblue eröffnen. Doch sie hatte ein Einsehen: Meine Aktien wurden kostenlos in mein Depot bei der Advance Bank übertragen, und ich bin auf einen Schlag alle Depots bei Maxblue los. Alle? Nein, nicht alle; ich habe ja noch ein drittes kostenloses Depot so nebenbei über Moneyshelf bekommen.

Moneyshop

Eines Tages wurde mein Tagesgeldkonto bei Moneyshelf, das ja auch zur Deutschen Bank gehörte, tatsächlich aufgelöst und in Money-Shop integriert. Der Name Moneyshelf existierte fortan nicht mehr, dafür gab es Moneyshop, wieder eine neue Tochter der Deutschen Bank. Mein kostenloses Depot hatte ich auch plötzlich bei Moneyshop, und ich wollte nur eines: es loswerden!

Jetzt wollte ich aber mein Geld von Moneyshop Maxblue irgendwie abziehen; schließlich gab es kaum Zinsen, und irgendwie sollte mein Geld ja auch sicher angelegt sein. Geld zurücküberweisen? Geht, aber nur bis 1000 Euro am Tag. Gott sei Dank habe ich keine Million, sonst bräuchte ich 1000 Tage, bis ich mein Geld wieder hätte.

Außerdem gibt es noch die kostenpflichtige Hotline der Deutschen Bank 24 (oder wie auch immer der Name ist). Insgesamt 3 verschiedene Hotlines musste ich anrufen, immer wieder wurde mir eine neue Nummer gesagt. Eine halbe Stunde lang wurde ich von Warteschleife zu Warteschleife weitergereicht um am Ende zu hören, dass mir wegen eines technischen Problems keine Auskunft erteilt werden kann.

Liebe Deutsche Bank, ihr habt nicht nur das schlechteste Angebot und die größtes Verwirrung mit Euren zahlreichen Unterbanken, sondern zugleich auch noch den schlechtesten Service, den mir je eine Bank geboten hat.

Meine Meinung zur Deutschen Bank

Meine Geschichte ist extrem, das gebe ich zu. Manch einer wird jetzt sagen: Ich habe ein Depot bei Maxblue eröffnet und alles lief wunderbar. Mag sein, aber eines möchte ich an dieser Stelle deutlich sagen:

Die Deutsche Bank hat für mich für alle Zeiten verspielt. Warum setzt die Bank ihren guten Namen aufs Spiel, Deutsche Bank 24, Maxblue, Moneyshelf, Moneyshop, was soll das? Warum bekomme ich bei einer der größten Banken weltweit nicht alles aus einer Hand? Warum muss ich mein Depot bei Maxblue haben, während ich mein Tagesgeld bei Moneyshelf anlegen muss?

Dass bei der Deutschen Bank die Kleinanleger und Kleinverdiener schlechte Karten haben, wird immer deutlicher. Für mich ist die große Deutsche Bank inzwischen so verstreut und unübersichtlich, dass mir jede kleine Direktbank wie Entrium oder die Advance Bank größer vorkommt, weil ich bei denen alles viel günstiger haben kann.

Heute habe ich noch irgendetwas bei der Deutschen Bank (oder wie es auch immer heißt). Ich weiß nur, dass es kostenlos ist, aber ich weiß nicht, ob es ein Depot, ein Tagesgeldkonto oder ein Girokonto ist.

Neuerdings habe ich sogar in der Wirtschaftszeitung gelesen, dass die Deutsche Bank sogar ihre 24 im Namen wieder streichen möchte. Also back to the roots?

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